Ein Herzinfarkt kann grundsätzlich jeden Menschen irgendwann im Laufe seines Lebens treffen. Das Erkrankungsrisiko steigt für Männer mit dem Erreichen des vierzigsten, für Frauen des fünfzigsten Lebensjahres. Auch wer vorher keine Beschwerden an sich bemerkt hat, kann plötzlich einen Infarkt erleiden. Da die allermeisten Herzinfarkte durch eine Arteriosklerose in den Herzkranzgefäßen, die sogenannte koronare Herzkrankheit (KHK), ausgelöst werden, sind insbesondere die Menschen betroffen, deren Gefäße durch sogenannte Risikofaktoren belastet werden. Dazu gehören neben Rauchen und Übergewicht auch Bluthochdruck und Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) sowie erhöhte Blutfette, insbesondere hohes Cholesterin. Allgemein sind auch mangelnde Bewegung, Streß und familiäre Belastung für die Ausbildung einer KHK von Bedeutung.
Das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, kann z.B. nach dem sogenannten Procam-Score berechnet werden. Unter der Web-Adresse:
http://www.chd-taskforce.com/calculator.php?iSprache=2&iVersion=1&iSiVersion=0
können Sie sich Ihr individuelles Risiko berechnen lassen.
Vorbeugen können Sie einer Arteriosklerose und damit der häufigsten Ursache des Herzinfarktes, indem Sie ihre Risikofaktoren so weit wie möglich reduzieren und die folgenden Punkte dabei beachten:
Bei Verdacht auf Herzinfarkt sollte sofort der Rettungswagen: 112 wählen!!! verständigt werden. Sie sollten auf keinen Fall selbst mit dem Auto ins Krankenhaus fahren. Ihr Zustand könnte sich plötzlich verschlechtern. Sie gefährden dann auch andere Verkehrsteilnehmer!
Der Herzinfarkt ist eine lebensbedrohliche Erkrankung. In den ersten vier Wochen sterben 40 bis 50 Prozent der Patienten, wenn keine rasche und richtige Behandlung erfolgt. Die häufigste Todesursache sind Herzrhythmusstörungen (Kammerflimmern) und Pumpversagen des Herzmuskels.
Der Herzinfarkt lässt einen Teil des Herzmuskels durch den Verschluss eines Herzkranz-Gefäßes absterben. Das Herz wird normalerweise von drei großen Blutgefäßen, den Herzkranz-Gefäßen (Koronararterien), mit Blut und Sauerstoff versorgt. Wird eines dieser Gefäße durch ein Blutgerinnsel verstopft, kann das Blut nicht mehr zirkulieren. Die Sauerstoffzufuhr ist somit unterbrochen, und der von diesem Gefäß versorgte Herzmuskel stirbt ab, wenn das verschlossene Gefäß nicht innerhalb von wenigen Stunden wieder geöffnet werden kann.
Abgestorbenes Herzmuskelgewebe vernarbt und wird durch Bindegewebe ersetzt. Das Bindegewebe ist recht starr und trägt nicht zur Pumpfunktion des Herzens bei. Je grösser das betroffene Gebiet im Herz ist, desto schlechter pumpt das Herz. Kleine Infarkte beeinträchtigen den Betroffenen nur wenig. Große Infarkte dagegen verringern die Pumpleistung des Herzens (Herzinsuffizienz) dauerhaft und beeinträchtigen die Leistungsfähigkeit der erkrankten Person für immer.
Akut ist jeder Herzinfarkt lebensgefährlich unabhängig von der Größe. Je schneller das verschlossene Gefäß wieder geöffnet wird, desto besser ist die Prognose. Daher sollten Sie bei Verdacht auf einen Herzinfarkt so rasch wie möglich im Krankenhaus behandelt werden. Dies gilt auch, wenn infarkttypische Beschwerden nachts oder am Wochenende auftreten.
In Deutschland erleiden jährlich mehr als eine halbe Million Menschen einen Herzinfarkt. Der Herzinfarkt ist eine lebensbedrohliche Erkrankung. Wenn keine rasche und richtige Behandlung erfolgt, sterben 40 bis 50 Prozent der Patienten in den ersten vier Wochen, Frauen häufiger als Männer.
Leidet man an Angina pectoris (Schmerz, Druck oder Engegefühl in der Brust sowie Luftmangel) und werden die auftretenden Schmerzen nicht mehr wie sonst üblich von Nitro-Präparaten gelindert, sollte umgehend der Notarzt verständigt werden. Dies gilt besonders auch dann wenn diese Beschwerden erstmals auftreten.
Betroffene erleben, einen Herzinfarkt unterschiedlich. In einigen Fällen verläuft die Erkrankung sogar unbemerkt ("stummer Infarkt"). Ansonsten sind vor allem folgende Symptome charakteristisch:
Wichtig ist: Beim plötzlichen Auftreten eines drückenden oder brennenden Brustschmerzes, der im Ruhezustand nicht vollständig verschwindet und länger als fünfzehn Minuten andauert, besteht ernsthafte Gefahr. Es muß in diesen Fällen sofort der Rettungswagen verständigt werden! 112 wählen!!!
Typisch sind plötzlich auftretende, starke drückende oder brennende Schmerzen im mittlleren oder vorderen linken Brustbereich. Häufig sind die Beschwerden diffus im ganzen Brustkorb und nicht genau zu lokalisieren. Oft strahlen die Schmerzen in den linken Arm aus. Abhängig von der Lokalisation des Herzinfarkts können Schmerzen aber auch im Oberbauch, im Rücken oder im Kiefer auftreten.
Zusätzlich kommt ein Beklemmungs-, Enge- oder Angstgefühl hinzu. Weitere Symptome sind plötzliche schwere Atemnot, plötzliche Bewusstlosigkeit oder schwere Schwindelgefühle.
Verstopft das Gerinnsel eines der großen Herzkranz-Gefäße, kann dies unmittelbar zum Tod führen (sogenannter akuter Herztod durch Rhytmusstörungen oder Pumpversagen des Herzmuskels).
Bei Frauen äußert sich der Herzinfarkt meistens anders als bei Männern. Oft sind die Beschwerden weniger deutlich als bei Männern. Studien zufolge klagen nur etwa ein Drittel der Frauen über Brustschmerzen. Wichtige Symptome sind Müdigkeit, Kurzatmigkeit, Übelkeit und kaltes Schwitzen.
15 bis 20 Prozent der Herzinfarkte treten ohne Schmerzen auf. Diese werden als stumme Infarkte bezeichnet und sind besonders häufig bei Patienten mit Diabetes mellitus. 30 bis 50 Prozent der Herzinfarkte treten "aus heiterem Himmel" ohne vorherige Schmerzen auf.
Während bei Männern die anhaltende Angina pectoris Symptomatik (Brustenge) im Vordergrund steht, stehen bei Frauen häufiger uncharakteristische Beschwerden wie Atemnot oder ein Unwohlsein und ein Leistungsabfall sowie Übelkeit und Erbrechen neben Oberbauchschmerzen im Vordergrund.
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Je nach Lokalisation des Infarktes unterscheidet man einen Vorder-, Seiten- oder Hinterwand-Infarkt. Man unterscheidet weiterhin zwischen Infarkten, die durch die gesamte Muskelschicht reichen, und solchen, die nur weniger ausgedehnt an der Innenschicht ablaufen.
Neben der Krankengeschichte (Anamnese) sind folgende Untersuchungen wichtig:
In den meisten Fällen werden für einen Herzinfarkt typische Veränderungen festgestellt. Blutprobe und EKG lassen auch auf die Größe des Infarkts schließen.
Mit einer Ultraschall-Untersuchung (Echokardiographie) des Herzens kann festgestellt werden, wie gut das Herz pumpt und welcher Herzbereich von dem Infarkt betroffen ist. Bei großen Herzinfarkten stirbt viel Muskelgewebe ab, so dass die Funktion des Herzens reduziert ist. Der Arzt spricht dann von Herzinsuffizienz (Herzschwäche).
Durch eine Herzkatheter-Untersuchung kann der Arzt sehen, welches Herzkranz-Gefäß verschlossen ist und welche weiteren Gefäße verengt sind. Auch die Funktion des Herzmuskels und der Herzklappen kann beurteilt werden.
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Die Bypass-Operation stellt keine Heilung der dem Herzinfarkt zugrunde liegenden koronaren Herzerkrankung dar. Entscheidend für das weitere Leben und die Lebenserwartung ist eine Umstellung der Ernährung (Mittelmeerkost, bei Übergewicht: Gewichtsabnahme) und eine regelmäßige körperliche Bewegung, am besten mindestens dreimal pro Woche für eine halbe Stunde ein Ausdauersport, wie zum Beispiel schnelleres Spazieren gehen. Die Belastbarkeit sollte zuvor in einem Belastungs-EKG überprüft werden. Zudem sind die oben erwähnten Medikamente im Regelfall sehr empfehlenswert, da hierfür nachgewiesen ist, dass sie die Lebenserwartung steigern und eine Beendigung der Medikation die Lebenserwartung entsprechend verkürzt.
In dieser Situation ist neben der Lebensumstellung eine medikamentöse Therapie unbedingt erforderlich. Kontrolluntersuchungen sollten nach den derzeitigen Erkenntnissen regelmäßig durchgeführt werden, in jedem Fall bei Änderung der Beschwerde-Symptomatik, ansonsten halbjährlich bis jährlich beim Kardiologen in Abhängigkeit vom jeweiligen weiteren Verlauf der Erkrankung. Diese Kontrolluntersuchungen umfassen jeweils die Erfragung der von Ihnen empfundenen Beschwerde-Symptomatik, eine Blutentnahme zur Blutfett- und Blutzucker-Bestimmung, ein EKG, eine Belastungs-EKG, eine Ultraschalluntersuchung des Herzens und, falls dieses nicht ausreichend ist, ein so genanntes Stressechokradiogramm zur weiteren Durchblutungsbestimmung des Herzens. Falls aufgrund dieser Untersuchungen eine darüber hinaus gehende Abklärung in Form einer Herzkatheter-Untersuchung notwendig ist, wird es Ihr behandelnder Arzt beziehungsweise Kardiologe veranlassen.
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Ein erhöhter Blutdruck kann durch Blutdruckmessung in Ruhe und unter Belastung sowie durch Langzeitmessung diagnostiziert werden. Es ist empfehlenswert, mindestens regelmäßig Selbstmessungen durchzuführen bzw. in der Apotheke oder beim Arzt (Check-Up!) die Werte bestimmen zu lassen.