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American Heart Association - Scientific Sessions 2009

Ein kurzer Kongressbericht vom American Heart Association (vom 14.-18. November in Orlando) aufgezeichnet von OA Dr. Alfried Germing, Bergmannsheil Bochum

ARBITER 6-HALTS

Hintergrund

  • Verbesserung der Lipidtherapie durch Nikotinsäurederivate beurteilt an Lipidparametern, Intima-Media-Dicke und „major cardiovascular events“

Methoden

  • 208 Patienten mit KHK oder „äquivalenten Risikofaktoren“ mit Statintherapie und LDL unter 100ng/dl
  • Randomisierung: Nikotinsäurederivat (extended release) vs. Ezetimibe

Ergebnisse

  • Ezetimibe: signifikante Senkung von HDL und Triglyzeriden
  • Niacin: signifikante Senkung von LDL und Triglyzeriden; weniger kardiovaskuläre Ereignisse, signifikante Regression der Intima-Media-Dicke

Schlussfolgerung

  • extended release Niacin ist im Vergleich zu Ezetimibe effektiver in Bezug auf Regression der Intima-Media-Dicke und der Verhinderung von kardiovaskulären Ereignissen bei Patienten mit Statintherapie und LDL < 100mg/dl

CASCADE

Hintergrund

  • Verbesserung der antithrombozytären Therapie nach CABG

Methoden

  • nach CABG, mindestens zwei Grafts
  • Randomisierung: ASS 162mg täglich plus Placebo vs ASS 162mg täglich plus Clopidogrel 75mg täglich
  • IVUS nach 1 Jahr

Ergebnisse

  • 113 Patienten nach CABG
  • bei IVUS-Untersuchung kein Unterschied in Intimabeschaffenheit der Venengrafts

Schlussfolgerung

  • duale Plättchenhemmung nach CABG kann nicht empfohlen werden

POPE

Hintergrund

  • Verbesserung der Therapie von Perikardergüssen nach herzchirurgischen Eingriffen

Methoden

  • Patienten nach herzchirurgischen Eingriffen mit moderatem oder großem Perikarderguß, für 7 Tage nach OP persistierend
  • Randomisierung: Diclofenac vs placebo

Ergebnisse

  • 196 Patienten
  • gleiche Reduktion der Perikardergußmenge
  • gleiche Anzahl von Tamponaden

Schlussfolgerung

  • Diclofenac ist in dieser Situation nicht besser als Placebo

EXPIRA

Hintergrund

  • Effektivität und Sicherheit von intrakoronarer Thrombusaspiration bei Patienten mit STEMI
  • Die meisten Studien haben bislang keinen Vorteil durch diese Therapie bei STEMI nachweisen können

Methoden

  • 175 Patienten mit STEMI und „occlusive thrombus“
  • Randomisierung: standard PCI vs. Thrombusaspiration mit „Export“-Device
  • Endpunkt: angiographisches Ergebnis und MACE 9 und 24 Monate

Ergebnisse

Schlussfolgerung

  • nach fast nur negativen Ergebnisse ist dies die zweite Studie neben TAPAS, die einen Vorteil von Thrombusapiration bei STEMI zeigen konnte

REPLACE

Hintergrund

  • Komplikationsrate von elektivem Generatorwechsel (SM, ICD, CRT) oder –aufrüstung in Abhängigkeit vom implantierenden Zentrum

Methoden

  • 60 US-Zentren, follow-up 6 Monate
  • 1031 Patienten
  • Vergleich Implantation in Zentrum vs. Praxis
  • Vergleich Implanatation durch trained electrophysiologist vs non-electrophysiologist

Ergebnisse

  • größte Komplikationsrate bei Wechsel oder Aufrüstung durch LV-Sonde (18.1% major complications)
  • Komplikationsrate mit Sondenrevision im Mittel von 15.3%
  • Komplikationsrate ohne Sodenrevision im Mittel 4.2%
  • Komplikationen bei trained electrophysiologists höher als bei non-electrophysiologists, trained electrophysiologists wechselten häufiger ICD
  • Komplikationsraten nicht unterschiedlich bzgl. Zentrum vs. Praxis

Schlussfolgerungen

  • relevante Rate von Komplikationen bei elektiven Wechsel von SM / ICD / CRT

CT-STAT

Hintergrund

  • Wertigkeit von CT-Angiographie bei chest pain Patienten

Methoden

  • Patienten mit chest pain, normales EKG und normale Enzyme
  • Randomisierung CT-Angio vs. standard of care mit perfusion imaging ohne CT-Angio

Ergebnisse

  • signifikante Reduktion von Dauer des Krankenhausaufenthaltes und Kosten in der CT-Gruppe im Vergleich zur Standard-Gruppe
  • beide Verfahren gleich sicher, gleiche MACE-Rate nach sechs Monaten

Schlussfolgerung

  • CT für Evaluation von Niedrig-Risiko-Patienten schneller, billiger und gleich sicher in Vergleich zu standard of care

NCDR ICD Registry

Hintergrund

  • Prävalenz und Prädiktoren für „off label“-Einsatz von CRT-ICD

Methoden

  • NCDR registry 2006-2008, Kohorte 46.198 Patienten mit Erstimplantation eines CRT-ICD
  • „off-label“ = EF > 35%, NYHA < III, QRS-Länge <120ms (ohne Indikation für ventrikuläre Stimulation)

Ergebnisse

  • 27% aller Implantation haben nicht alle drei Kriterien erfüllt
  • NYHA II: 13.2%
  • QRS < 120ms: 16.7%
  • kein Kriterium erfüllt: 8%
  • Faktoren mit „off-label“-Einsatz assoziiert: Vorhofflattern, nach PCI, vorhergegangene EPU

Schlussfolgerung

  • mehr als ¼ aller CRT-ICD Implantationen sind „off-label“

CRT bei Vorhofflimmern

Hintergrund

  • Effektivität von CRT bei Vorhofflimmern

Methodik

  • 122 Patienten, 96 mit Sinusrhythmus, 26 mit Vorhofflimmern
  • Evaluation nach sechs Monaten

Ergebnis

  • LV-Stimulation in der SR-Gruppe signifikant häufiger als in AFib-Gruppe
  • klinische Symptomatik ohne Unterschied
  • in SR-Gruppe signifikant besser als in AFib-Gruppe: Mitralinsuffizienz, LA Volumenindex, PAsys, BNP

Schlussfolgerung

  • CRT bei SR wohl CRT bei AFib überlegen

Acute kidney injury following transcatheter aortic valve implantation: redictve factors, prognostic values, and comparison with surgical aortic valve replacement

Hintergrund

  • Bedeutung von “acute kidney injury” assoziiert mit perkutanem Aortenklappenersatz ist unbekannt

Methoden

  • 213 Patienten nach perkutaner Klappenimplantation
  • acute kidney injury = Reduktion der glomerulären Filtrationsrate von >25% innerhalb von 48 Stunden oder Notwendigkeit der Dialyse während der Hospitalisation
  • Gegenüberstellung der Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz nach perkutanem und operativen Klappenersatz

Ergebnis

  • Häufigkeit von acute kidney injury: 11.7% nach perkutaner Klappenimplantation
  • prädiktiv für acute kidney injury: arterielle Hypertonie, COPD, präoperative Bluttransfusion
  • prädiktiv für Mortalität: logistischer Euroscore und Auftreten von acute kidney injury
  • bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz war das Auftreten von acute kidney injury geringer nach perkutaner Klappenimplantation im Vergleich zur konventionellen Operation

Schlussfolgerung

  • das Auftreten einer acute kidney injury nach perkutaner Klappenimplantation war assoziiert mit einer 4-fach erhöhten Mortalität
  • bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz war die Häufigkeit von acute kidney injury in der perkutan implantierten Gruppe signifikant niedriger als in der operierten Gruppe

Outcomes of primary PCI during off-hours and normal working hours

Hintergrund

  • bei vielen Krankheitsbildern konnte gezeigt werden, dass das outcome mit dem Aufnahmezeitpunkt zusammenhängt

Methodik

  • Patienten mit Aufnahme wegen STEMI im Vergleich reguläre Arbeitszeit vs. Wochenende / nachts
  • Endpunkt: angiographisches Primärergebnis, 30-Tages-outcome

Ergebnisse

  • 1062 Patienten mit STEMI
  • door-to-device time war länger in der Gruppe nachts/Wochende
  • kein Unterschied in Primärergebnis, Komplikationsrate oder 30-Tages-Mortalität

Schlussfolgerung

  • im Gegensatz zu vielen anderen akuten Erkrankungen ist die Aufnahme eines Patienten mit STEMI ausserhalb regulärer Dienstzeiten nicht mit einem ungünstigen outcome assoziiert

OA Dr. Alfried Germin
Bergmannsheil

 

 

 

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